Besuch – Teil 2

Flourish - Besuch (Teil 2)

Flourish - Besuch (Teil 2)

Da sitzt er nun, der Martin, auf dem eigens von Möbel Pfister gelieferten Polstersessel mit einem strengen Blick und dem Notitzblock auf dem Schoss. Doch wir sind vorbereitet: Unsere Adidas Roma sind tight zusammengeschnürt, die Schweissbänder umgebunden, das Hebeli am Verstärker nach voll rechts gedreht und die Saxophonblettleni extra feucht montiert. Und schon knallt der Mänu seine Trommelstöcke zusammen: „ Achtung! … Fertig! …“ „…STOOOP!!!“ unterbricht der Stone, denn er hat den Einschaltknopf von seinem Elektronikklavier nicht gefunden.
Jetzt muss man an dieser Stelle fairerweise erwähnen, dass der Stone ja nicht Elektroängscheniör studiert hat. Woher soll er denn bitte wissen, dass ein Klavier auch Strom drin hat. Stone hat eine Konservatoriumsausbildung in allen Fächern durchlaufen und da hat er gelernt einfach die Hand möglichst grossflächig auf alle Tasten gleichzeitig zu drücken, dass nichts über den Mozart geht und dass Hip Hop keine Musik ist. Und das hat er gut gelernt, denn er spielt jetzt alleine etwa so schön Kla4 wie der Glenn Gould und der David Helfgott zusammen. Aber mit Strom hat der Stone nun wirklich nichts am Hut!
Der Mänu als angehender Ängscheniör, ist dann auch gleich zur Hilfe geeilt und ich habe dabei den ersten Pausenwitz, sozusagen als Konzertintro gebracht, aber der kommt auch immer gut an. Das ist nämlich jener: „Als die Äbtissin die Nonne mit dem Pfarrer in der Besenkammer erwischt, fragt diese…“ aber den kann ich jetzt hier nicht bringen, wir suchen ja noch einen Pfarrer für die CD-Taufe.
Gut, der Martin hat ein bizzeli gute Mine zum bösen Spiel gemacht und hat gelacht. Aber mehr so ein Lachen wie man es normalerweise braucht, wenn der Scheff einen in sein Büro bittet um Wochenendschicht anzukündigen und zur Aufmunterung noch ein Witz macht.
Item, alles wieder in den Startlöchern und der Mänu knallt seine Trommelstöcke erneut zusammen „Achtung! … Fertig! … Los!“ und dann kracht es aus unseren Verstärkertöpfen als gäbe es kein Morgen. Getreu dem Moto „mehr ist mehr“, hauen wir dem Martin alle Noten um die Ohren die wir kennen. Und dies mit einer Lautstärke, dass wohl wieder die Skalenrichter von der Richterskala erschüttert wurden. Und alle gaben sich eine Riesenmühe. Der Gainsbourg hat die ganze Zeit beim Lehcim auf den Fuss geschaut, damit er seine Adidas Roma auch schön im Takt auf den Boden klopfen konnte.
Nur der Martin hat keine Mine gerührt. Er hat sich den Kinnbart gekratzt, ab und an auf die Uhr geschaut und immer etwas aufgeschrieben.
Jetzt muss man aber wissen, dass der Martin von Musik so viel versteht, wie wir von Barbiepuppen (also nicht der Looping) und daher bin ich mir fast sicher dass auf seinem Notizblock, den er immer galant versteckt hat, so was drauf steht wie:
– Stone findet den Stromknopf nicht
– Abfall rausstellen
– Blumen giessen
– Mami Geburtstag usw.

Auf jeden Fall hat er den guten Moment erwischt, als wir gerade zwischen dem 4. und dem 5. Song alle einen Schluck aus der Isostarflasche genommen haben, ist aufgestanden und hat gesagt er hätte noch eine Sitzung mit den Produzenten vom neuen Mäikel Tschäcksenalbum. Beim Einsteigen in seine Staatskarosse hat er versichert er würde sich melden, dann ist er davongebraust, dass die Kondensstreifen noch heute über dem Landiturm zu Düdingen hängen.

Ob Flourish wohl je wieder etwas hört von ihrem CEO, das lest ihr in der nächsten Folge von „the muppets Show“

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