Hobo Tour 30.7.09 – Im Herzen des Juras, 2. Konzert in Dölemong

Das friedliche Wohnzimmer

Das friedliche Wohnzimmer

Das höitige Konzert in Dölemong hatte eine besondere Bedöitung. Wir wussten alle, dass wenn wir den Fuss über die heimische Türschwelle setzen, gibz bis am Samstag drauf kein zurück. Wir würden zusammen musizieren, aber auch zusammen reisen, zusammen wohnen, zusammen Fernsehgeräte aus den Jugendherbergezimmern werfen, zusammen kochen… nein, ich glaube kochen nicht, aber zusammen essen und trinken.
Und wir fuhren den Anhänger gen Dölemong und waren noch etwas müde vom langen und stressigen Aufbau. Doch bereits die erste Hinfahrt war sehr lehrreich. Wir haben gemerkt, dass die Jurassier wirklich arme Kerle sind. Ich meine wir wollen ja keine politische Band sein, schon gar keine wo tut Untergrundorganisationen guthäissen. Wir wollen brav parlamentarisch gefällte Entschäide akzeptieren. Aber die grössenwahnsinnigen Berner haben den Jurassiern schon sehr viel Land abgeknöpft. Und die haben ja sonst schon nur ein paar Uhrenfabriken und einige Hügel. Wir waren sehr erstaunt, dass die Berner den Jurassiern nicht einmal ein paar Uhrenfabriken mehr gegönnt haben. Da verwundert es nicht, dass die Jurassier wirklich erzürnt sind. So sind wir dann durch den übermächtigen Berner Jura gepilgert und haben die Jurassische Grenze erst bei Choindez penetriert und waren fümpf Minuten später auch schon in Dölemong – im Herzen des Juras. Und wir waren wütend und wollten am Konzert Agroschwermetallmusik machen und zwischen den Songs Hassparolen gegen die Berner verbreiten und zeigen, dass wir gerne mehr auf Jurassischem Boden gefahren wären.
Aber als wir dann eingetroffen sind, haben wir gmerkt, dass die Jurassier ganz ein friedliches Völkli sind. Da hat die Jugitina eggschtra für unz ein Mönü zuberäitet, wo wir schon vor den anderen Gästen verdrücken konnten, damit wir mit lescherem Magen konzertieren konnten. Und wie die Gäste gemütlich im Garten eingetrudelt sind und eine Wurscht auf den Grill geworfen haben und guter Dinge waren, haben wir uns für Plan B entschieden. Keine Hassparolen, nein Hippiemusik. Der Dolby programmierte die nöie Lichtanlage mit vielen rosaroten Lampen. Wir übten Scott Mc Kenzies „If you’re going to San Francisco“ und erlaubten uns einen Schenischtreich in dem wir den Text abänderten und „If you’re going to Dölemo – ong“ sangen. Wir wollten den Jurassiern unsere Sympathie ausdrücken und der Gainsbourg schlug vor, beim letzten Lied einen Käfig weisser Tauben in die Luft steigen zu lassen.
Genau so friedlich war entsprechend auch der Abend wir drückten Sympathie aus und das Volk nahm Sympathie entgegen. Flourish spielte ein nettes Konzert für grillierende Menschen. Das lustixte daran waren nach dem Konzert die paar grillierende Menschen, die sich fürs grillieren entschuldigt haben. Das war etwa so quer wie die Bernisch-Jurassische Grenze: ich meine sie sassen den ganzen Abend da und haben zugehört. Und am Schluss kamen sie zu uns und sagten: „Sorry, dass wir den ganzen Abend da gesessen sind und nicht getanzt haben.“ Ja wer hätte den das ändern können, uns hats ja nicht gestört.
Nach soviel Sympathie offerierte die Tina dann noch eine runde Salat und Bier und wir liessen unsere Wut durch eine extended Kissenschlacht im Zimmer aus.

Dolby programmiert rosa

Dolby programmiert rosa

Der Lehcim und die Lampe

Der Lehcim und die Lampe

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