Hobo Tour 3.8.2009 – übers Essen

Der Manuell vor der Entziehungskur - Testosteronüberproduktion!!!

Der Manuell vor der Entziehungskur - Testosteronüberproduktion!!!

Höite wurde ich von einem selzamen Gebimmel geweckt. Ein paar Kuhtrichelen holten mich aus dem Schlaf. In Kombinazion mit Duft von frischem Höi war das schon ein wenig selzam. Mir kam Zinn, dass ich gar kein jurassischer Freiheizkämpfer war, das hatte ich nur getröimt! Ich war ja Ueli, ja Ueli der Knächt. Also zog ich meinen Helly Hansen Overall an, stülpte meine olivgrünen Gummistiefel drüber und begab mich nach draussen, wo ich mich zuerst am Brunnen wusch. Als ich in den Stall zum misten ging, fuhr grad der Lehcim mit dem Traktor vorbei und brachte ein paar Kannen Milch in die Käserei und im Mund hatte er einen Strohhalm. Ich begab mich in den Stall und stocherte im Schorrgraben umher. Und weil ich als Knecht ein bizzeli unachtsam war, drehte ich das Xicht gerade in dem Moment um, als die Trine mit ihrem Schwanz ausschlug und ich landete im Schorrgraben…
…und als ich wieder zu mir kam lag ich auf dem Kachelofen von Liliane und Rosche und der Looping löffelte mir ein Glas Milch an meinen fehlenden Zähnen vorbei und erinnerte mich dran, dass ich gar kein Knecht bin, sondern ein Musikant. Ich wollte das zersch nicht recht glauben. Zum Glück lief in dem Moment grad der Stone vor dem Fenster vorbei und unter dem Arm hatte er Trine, die bernerjurassische Kuh. Wahrscheinlich hat er bei den Hells Angels gelernt wie man Kühe stemmt. Er trug sie jedenfalls grad in die Metzgerei. Inzwischen kettete der Gainsbourg eine weisse Taube an Trines Platz im Stall. Bei der Kombinazion Gainsbourg – Stone – Looping kam dann auch mir wieder Flourish Zinn. Ich liess mich einfach von der schönen Welt blenden und hielt mich für Ueli.

Trotzem trank ich eine dicke Ovo zum Zmorgen und ass ein Käsebrot. Und wie der Manuell ein Fleischbrot (dass eigentlich wegen den Umgekehrtproporziondings hätte Brotfleisch heissen müssen) mit einem Bissen in seinen Mund schtopfte kam es dem Bandarzt Dr. Looping Zinn, dass die Testosteronüberproduktion von Manuell vielleicht auf seinen überdurchschnittlichen Fleischkonsum zurückzuführen sei. Das klingt ja nicht wirklich schlimm, solange der Stone Kühe in die Metzg tragen mag, kann der Manuell sie ja essen. Aber z Problem isch, dass der Manuell seinen Testosteronüberfluss nicht in seiner primären Funkzion rauslassen kann und dann alles beim Trommeln kompeziert. Er trommelt viel zu schnell. Jetzt ist es ja so, dass alle Flourishmusikanten eine Skapop Ausbildung gemacht haben und schnelle Beats gewohnt sind, das ist ja nicht das Problem. Das Problem ist aber, dass der Manuell immer so schnell spielt, dass unsere Konzerte mittlerweilen nur noch 20 Minuten dauern. Und das isch dann weniger vorteilhaft. Wägen so ist das Verhältnis 3 Stunden nervös sein und 20 Miunten spielen nicht mehr schön verteilt. Der Looping beschloss also dem Manuell ein Fleischverbot zu verhängen. Der Gainsbourg fand das ursprünglich eine zu krasse Strafe und schlug vor ihm nur noch Taubenfleisch zu füttern, aber in einer demokratischen Abstimmung nahmen wir dem Loopings Vorschlag an.

Wir verliessen Langnau. Niemand sass neben mir, wegen den Schorrgrabengerüchen. Und wie wir aus Langnau raus fuhren, begann der Manuell zu schwitzen. Der Looping stellte erste Enzugserschäinungen fest. In Trubschachen hielten wir bei der Kamblyfabrigg an und degustierten ein wenig. Der Looping stellte einen Wettbewerb auf. Es ging darum erstens so viel zu essen bis es einem übel war und zweitens von allen Biscuitsorten zu degustieren. Das erste Ziel erreichten wenige binnen Sekunden, wobei das zweite von niemandem erreicht wurde. Der Manuell, der mittlerweilen zitterte, stürmte durch die Regale und stopfte mit beiden Händen alles in sich rein – und klappte zusammen. Wir trugen ihn raus in den Kofferraum obwohl uns allen speiübel war. Als wir losfuhren kam er wieder zu sich. Es quälte ihn Schüttelfrost und Schreikrämpfe und uns wurde das Herz weich (der Magen war schon weich) und wir wollten mit ihm in eine Metzgerei. Aber der Looping kannte kein Pardong und verkündete, dass dies der übliche Weg sei und dass es den Heroinabhängigen nicht besser gehen würde. Das Testosteron musste einfach aus dem Körper raus.
Doch das Mitleid verflog rasch, weil es uns bald ähnlich ging. Wir gaben bei jeder Kurve ein paar Kamblys zum besten. Der Stone war am Steuer, weil er als Hellsangel die Strasse am besten gwöhnt ist.
Und wie wir bald wieder in Luzern waren fiel es plötzlich dem Gainsbourg auf, dass der Lehcim nirgenz war. Wir konnten ihn nur in der Fabrigg vergessen haben. My goodness, vielleicht ist er beim Degustieren ins Koma gefallen und wir haben ihn nicht mehr zwischen den Regalen xehn.
Stone machte den rechten Fuss tief und im Höllenengeltempo waren wir wieder in Trubschachen. Dort hat der Lechim mit einer gesunden, rosaroten Xichzfarbe gerade den 349. Keks degustiert. Schliesslich ging er alle seine Notizen durch und entschied sich für 10 Sorten, von welchen er je zwei Kilogramm kaufen wollte. Weil es im Auto wenig Platz hatte, wollte ich erst den Mänu im Kofferaum gegen die Keckse eintauschen – er schäumte mittlerweilen aus dem Mund und war eh nicht mehr zurechnungsfähig. Die andern fanden das gerade sehr unmenschlich und machten aus, dass jeder von uns 4 Kilogramm Kekse auf den Beinen transportierte und der Manuell im Kofferraum bleiben sollte. Doch beim Anblick wurde es allen wieder übel und es begannen sich alle zu übergeben. Der Lehcim wurde schliesslich von der Degustation eingeholt und erhielt einen Zuckerschock. Das kann man sich so vorstellen wie ein Kilogrammsack Kokain, der beim versuchten Schmuggel im Magen platzt.
Jetzt wirz langsam prekär! Bei einem zitternd-schäumenden Drummer, einem zuckergeschockten Gitarristen, einem gedächtnisgeschwundenen Sänger ohne Zähne und einem kotzenden Rest… Da steht das Konzert in Hospental höitnacht auf sehr wackeligen Beinen…

Gelingt Flourish noch die Wende? Oder wird die Tournee abgeblasen und die Mägen ausgepumpt?

Die Biscuits des Grauens

Die Biscuits des Grauens

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