Hobo Tour 5.8.2009 – am schönen Rhein

Der Gainsbourg in Akzion

Der Gainsbourg in Akzion

Höite früh wurde ich von einem selzamen Fischgeruch geweckt. Mir kam Zinn, dass ich ja gar kein jurassischer Freiheizkämpfer war, das hatte ich nur getröimt. Nein, ich war ein englischer Fish & Chips – Verkäufer. Also zog ich meine Plastikschürze an und begab mich in meinen Wohnwagen. Dort angekommen habe ich ihn aufgeklappet und festgestellt, dass da lauter Instrumente drin waren. Das konnte also gar nicht meine fischriechende Bude sein. Der Fischgeruch kam von viel weiter weg. Ich schaute rüber zur Küche und sah den Claudio und den Gainsbourg und auf dem Grill ein Hai! Oh my goodness ein wahrer, gefährlicher Chlorwasserweisshai. Plötzlich war mein Gedächtnis wieder da – was für ein Erfolg, ohne Banddoktor!
Der Hai, wo der Stone gestern erleget hat, wurde nun von Claudio und Gainsbourg fein söiberlich zum zmorgen zubereitet. Und der Gainsbourg versteht denn was von Hai zubereiten. Der hat mal ein Jahr in Thailand gelebt! Dort bereiten sie alles aus Tieren zu! So hat der Gainsbourg dann auch gleich aus den Haifischknochen Brotmehl zubereitet. Zum Glück, denn Fisch zum Zmorgen ist nicht mein Ding, aber mit ein bizzeli Brot kann ich es gut verspeisen.

Unterwex nach Wagenhausen haben wir dann noch in Arbon kurz am Hafen konzertiert. Wobei man sagen muss, dass wir uns schon einen herzlicheren Empfang hätten vorstellen können. Der Hafenkneipenrüedu hat uns gedroht den Schtecker zu ziehen, wenn wir religiöse oder politische Parolen verbreiten würden. Was ganz eine gschpässige Fantasie ist, denn wenn sechs Curly-Rock-Halbschuhe eine Bühne aufstellen tun, xeht dies nicht gerade nach Politik oder Religion aus. Vielleicht hat er dies gmäint, weil wir aufgrund der Nähe zur Grenze uns alle vor H1N1 schützen wollten und die Kaputzen unserer schwarzen Lederjacken tief überz Xicht gezogen hatten. Jedenfalls hätte uns ein „Jesu meine Fröide“ zu spielen schon geräizt. Wir haben es aber sein lassen und brav „Big Day Out“ und „Versailles“ und „If you’re going to San Francisco“ von Scott Mc Kenzie zum Besten gegeben. Wobei wir uns bei letzterem einen Schenieschtreich erlaubt haben und „If you’re going to A-a-ar-bon“ xungen haben. Am Schluss hab ich noch laut „befräit den Jura von den Bernern“ inz Mikrophon gerufen und die Flourishbuben schauten mich an, als hätte ich gerade dings gesagt …ähm… das kann ich jetzt hier nicht schräiben. Und dann fiel es mir ein, dass die Schweiz die Frage des Berner Jura ja als Politikum sieht, obwohl es meiner Ansicht nach einfach xunder Menschenverstand ist. Und schon schoss der Hafenkneipenrüedu aus der Hafenkneipenhütte. Wir mussten wegsecklen! Hüpften inz Auto, liessen den Stone ans Stöier – du weißt schon, Hell’s Angel. Und er machte auch gleich den rechten Fuss tief. Doch leider hatten wir vergessen zu tanken und nach 3 Metern machte der Opel schlapp…
…der Hafenkneipenrüedu im Rückspiegel kam immer näher. Der Gainsbourg hechtete aus dem Auto. Wir warfen alle die Hände an den Kopf, der Gainsbourg ist mit seiner Schprenzligkeit nicht jener der es mit dem Hafenkneipenrüedu aufnehmen kann…
…doch er hatte irgendwie andere Pläne. Er öffnete den Tankdeckel und seinen Rucksack mit der anderen Hand, dort hatte er in einer Flasche ein wenig Haifischblut, wo er höite Morgen gesammelt hatte und sofort in den Tank füllen tat. Stone drückte durch und im Nu waren wir in Wagenhausen.

Der Harry und die Heidi und der Walter und die Barbara waren ein Familienbetrieb wo unz mit einer Bratwurst empfangen taten und alle Löite vom Cämping für unzer Konzert begäistern wollten. Das wäre ja lieb gewesen, aber das Problem war, dass die Löite auf Holzbänken xessen sind und eppa alle 60+ waren. Wir wollten ja die liebe Scheste vom Empfang nicht mit einer Erzürnung des Publikums rückvergüten.
Und dann kamen noch vier Chnöblen und Chnöblinnen von der Stadtmusik Stein am Rhein und wollten mit Klarinette und Flöte und so weiter und so fort mitspielen? Gehtsäigentlichno? Wir sind eine Rockenrollbänd wo sich höxtens mal überschnurren lässt Hippiemusik zu machen oder gothischen Schwermetall. Aber dies auch nur, wenn man telifonierende Nachbarn hat wie der Chris von Horb. Aber Flöten und so, neindanke! Und wir drehten den Musikanten den Rücken und bschlossen grad ztrotz den ganzen Abend gothischen Schwermetall zu spielen. Und die vier Musikanten gingen resigniert an den Würschtlistand!

Und als der Lehcim uns vor dem Konzert zur gemeinsamen Yogarunde einberief hörten wir himmlische Töne. Wir haben alle das Yoga lobgepriesen und geglaubt wir wären tazächlich in einer anderen Sphäre. Doch beim genauen hinhören erkannten wir unseren „beside“ – gespielt von den Stadtmusikanten aus Stein am Rhein! Wir waren weg vom Hocker! Die haben wirklich unsere Songs äinstudiert. Der Dolby hatte die die zündende Idee, dass wir wie Metallica dazumal mit dem Orchester anlässlich der malerischen Kulisse am Rhein auch ein Konzert mit einer Blaskapelle geben könnten. Am Anfang war das Wort von Manuell für die Umsetzung brauchte es nicht viel. Das waren wirklich gute Chnöblen die Steinamrheiner!
Und noch mehr paff waren wir, als die 60+ Löite von den Holzbänken aufgestanden sind und gejubelt hatten als wären wir die Beatles im Shea Stadium! Die Barbara hat in der Pause die Löite nochmehr angehäizt und dann ging die Post erst richtig ab! Wir schwommen auf der Rheinhalbinsel buchstäblich davon. Zum Dank spielten wir noch das Munotglöcklein. Und die Noten sind geflattert und der Mandolinenkasten war voll und die Löite begeistert und wir waren gerührt – ein unvergesslicher Abend! Danach gaben wir noch ein Interview für Radio Munot und für den Boten vom Untersee.
Da gemma wieder hin!

80% Stadtmusik Stein am Rhein

80% Stadtmusik Stein am Rhein

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