Hobo Tour 7.8.2009 – vorletztes Konzert in Solothurn

Höite früh wurde ich von einem selzamen Kribbeln in der Nase geweckt. Ich grübelte in meinen Nüstern rum und zog einen Käfer raus. Und sowieso umgab mich grünes Dickicht. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich war gar kein Jurassischer Freiheizkämpfer, das hatte ich nur getröimt! Nein, ich war Mogli der Dschungeljunge! Zudem quälte mich ein Bärenhunger, ich musste irgendeinen Tiger erlegen gehen. Unterwex hörte ich plötzlich das knurren von Motoren! Regenwaldrodung, klarer Fall! Ich zückte mein Händy und rief der Greenpeace an! Sofort meldete sich eine erotische Stimme anderen Ende:
– „Greenpeace, Abteilung Regenwaldrodung, Hugentobler, Grüezi!“
– „Hallo da ist Mogli, ich werde gerodet… ich meine, mein Wald!“
– „Bleiben Sie ruhig Herr Mogli, wo befinden sie sich denn genau“
Ich schaute nach oben um dies herauszufinden, hörte ein Knarren und sah einen Baum auf mich zukommen – SCHWARZ!

Als es mir wieder etwas dämmerte löffelte mir der Bandarzt Dr. Looping abermals eine dicke Ovo in meinen zahnlosen Mund. Wir waren in der Stonschen Villa und draussen waren die anderen Jungs von Flourish mit Motorsägen und Rasenmäher am Kämpfen gegen das Grün, das die ganze Villa zuwcherte.
Und sie musste sich beeilen, denn höite hatten wir ein letztes Guerillakonzert in der Innenstadt von Solothurn vor. Und wir wollten da was riskieren, weil wir zwar auf der Tournee gegen Haifische, Krankheiten, den Töifel, Habsburger, Hell’s Angels, usw. gekämpft hatten, aber noch nie gegen die Behörden. Also pilgerten wir gen Solothurn und stellten unsere Bühne mitten in der Stadt auf wo schon nur das Fahren verboten gwesen ist, vergessemernoch das Musizieren. Das Adrenalin schoss nur so in den Körpern umher. Wir haben gemerkt, wie es jurassischen Freihäizkämpfern gehen muss, wenn sie an eine Wand Fackbern tun sprayen und waren froh nur Musikanten zu sein. Da war nix von Curly-Rock, höite würde es Geschwindikäizmetall geben. Wir rasten durch die Songs im Rhythmus unserer pochenden Herzen und waren binnen 15 Minuten mit dem ganzen Programm fertig – schneller als die Polizei erlaubt, denn die waren wohl gerade bei der Kafipause. Niemand hat uns in Hantschellen abgeführt. Vor der Bühne standen lauter begeisterte Löite.

Entöischt packten wir unsere sieben Sachen zusammen und pilgerten inz Lido. Dort wartete der Urs schon nervös auf uns. Jetzt musstu wissen, der Urs war auch schneller als die Polizei erlaubt, der war nämlich eppa auf 120 als wir ankamen. Er liess seinen Emozionen sogleich freien Lauf und stauchte uns etwas zusammen, weil er gemeint hat wir wären zu spät. Wir merkten, dass er vor allem nervös war, weil der Chris von Rohr sich im Publikum angekündigt hatte. Das konnten wir ja wiederum verstehen, denn der Chris von Rohr hat hierzulande doch so ein wenig Kultstatus. Kenner der Szenen nennen ihn eppa Elvis der Schweiz.
Auf jeden Fall war die Bühne im Nu parat, was den Urs wieder milde gestimmt hat, wessen Profezeiung sich bewahrheitet hat. Denn entlang des Weges kam der Chris von Rohr mit seiner Tochter. Er begrüsste uns alle mit einer herzlichen Umarmung (bin mir nicht sicher, aber ich glaube den Lehcim hat er auf den Mund geküsst). Er sprach zu uns und sagte, dass er sich, im Gegensatz zu Chris von Horb, sehr auf unser Konzert fröie. Er fände das wunderbar, dass junge furchtlose Männer so kreative Ideen haben und einen Anhänger zu einer Bühne machen, dass ein Anhänger überhaupt so schon geschmückt werden konnte, dass so schöner Curly-Rock dermassen unkompliziert für jedermann zugänglich sei. Schliesslich bat er uns höflichst mit seinem iPhone ein Foto zu schiessen, wie er Stunden vor dem Konzert gespannt auf die Band warte. Hier ist es:

Chris von Rohr fröit sich auf das Konzert von Flourish

Chris von Rohr fröit sich auf das Konzert von Flourish


Und wie wir unsere Gitarren stimmten und der Chris wartete zogen schwarze Wolken vom berner Jura her überz Lido zu Solothurn. Und schüst im Moment wo der Lehcim mit „Big Day Out“ eröffnete und ich de Chris von Rohr eine Widmung durchz Mikrophon hauchte brachen die Wolken. Die Rache des Berner Jura sollte nur ein schwarzes Ohmen sein für was uns morgen noch erwarten sollte. Wir waren alle sehr damit beschäftigt unsere Gerätschaften in Sicherheit zu bringen und fanden heraus, dass noch eppert anders nicht Wasserdicht war. Denn der Chris von Rohr schlich sich im prasselnden Regen von dannen.
Der Urs aber war sofort im Business und stürmte mit einem Gestänge daher aus welchem er ein Dach für die Band zauberte. In diesem Metie war der Urs der Zeltbauer wiederum Weltmäister.
Und obwohl die Wolken nicht mehr brachen, spielten wir unter dem Zelt ein schönes Konzert zu Ende und der Dolby zündete sein Föierwerk sicherhäizhalber schon bei Tageshelle und schoss diesmal auch in Richtung Himmel. Wir schlossen das Konzert mit einer Freiburger Spezialität als Überraschung und sangen im Männerchor „le ranz des vaches“.
Einmal mehr hatten wir das Gefühl einen schönen Tschop gemacht zu haben und hinterliessen lauter zufriedene Xichter und einen durchnässten Chris von Rohr.

Flourish mit Rücklage -unter dem Gestänge von Urs

Flourish mit Rücklage -unter dem Gestänge von Urs

Der Männerchor zu Flourishhausen

Der Männerchor zu Flourishhausen

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