Le Thoureil Part 5 – der zweite Aufnahmetag

Wie aus dem Komma sind wir alle von einer anderen Welt zurückgekehrt heute Morgen. Läck war das erholsam, eine Nacht durchzupfusen, ohne dass jemand gejault oder geheult hat. Ich gebs ja zu, des Manuells Schlafatem in meinem Nacken fühlt sich nicht so toll an, aber er wollte einfach so nahe wie möglich bei uns allen liegen. Jedenfalls liess uns Wulprecht in Ruhe, zumindest offenbar. Lehcim hat behauptet, dass Looping die ganze Nacht aufgeblieben sei…
…niemand getraute sich so recht nachzufragen. Wir waren alle froh, stärkten uns mit einem anderen kulinarischen Höheflug des Scheffkochs Stone und waren schüst bereit uns unserem Kerngeschäft zu widmen, als wir merkten, dass ein wichtiges Element für die Aufnahme fehlte: Dolby, unser Technikmann! HIMMELAJA, der schlief ja im Schlafzimmer der Grandmaman Gainsbourg, du weißt schon: 13irgendwas (check Gschichtsbuch) Schlacht gegen die Lothringer und Wulprecht drin und so! Mannomann, Ich überlegte mir schon wie das seinen Liebsten zu sagen sei, Looping nahm ein Buch „praktischer Exorzismus für Alltag und Haushalt“ zur Hand und Lehcim kämpfte beräiz gegen die Tränen. Zum Glück haben wir auch Pragmatiker bäi unz. Nämlich hat der Manuell vorgeschlagen vor der Panikmache erst mal im Schlafzimmer nachzusehen. Er hat sich aber irgendwie nicht zur Verfügung stellen wollen, weil er nicht gerne Treppenlaufe, da er später die Beine noch für Schlagzöix – frage nicht!
Wir nahmen sicherhäizhalber ein Messer und eine Hellebarde mit, zählten auf 3 und Stone rannte die Tür ein. Auf dem Bett schlief der Dolby und wachte erst auf, als der dritte Kübel Wasser (das kochende, die kalten haben nix gnützt) auf seinem Gesicht eintraf. Ihm schien es prächtig zu gehen und er mäinte, dass die ganze Gschicht an der Grenze ihn ziemlich mitgenommen hätte und er deswegen so lange schlief. Zum Glück muss der Dolby nicht essen, so konnten wir gläich mit unserem Kerngeschäft, den Aufnahmen beginnen.

Oli macht Lehcim bereit für die Aufnahme

Oli macht Lehcim bereit für die Aufnahme


Nun würde es uns ja langwäilig werden, wenn bei Flourish immer alles wie am Schnürchen… das kannstedir grad hinter die Ohren schreiben. Auf dem Kanal 13 wo gestern schon ein Heulen drauf war, kamen furchterregende Klänge daher und das Hauptproblem: Der Kanal liess sich nicht totmachen. Jedes Mal, wenn Dolby das Hebeli vom Mischpult nach unten fuhr, fuhr es von selbst wieder nach oben! Jetzt waren helle Köpfe gefragt. Looping schlug sofort sein Buch „praktischer Exorzismus für Alltag und Haushalt“ auf, nur fand er das Kapitel Mischpulte nicht. Er musste sich durch „Fernsehapparate“, „Mikrowellen und andere Küchengeräte“, sowie „meine jüngste Tochter heult“ durchkämpfen. Wie wir rätselten was zu tun sei, getraute sich endlich der Manuell die Treppe hoch, und das hätte potenziell unsere Rettig sein können, weil er in seiner Fräizäit mengmal stromern tut! Nur kam der Manuell aus ganz anderen Gründen die Treppe hoch. Nämlich hat er uns gefragt wo sein Schlagzöix sei, er wolle sich für den Trouvers warmspielen. Dsproblem dabei: im Trouvers war gar kein Schlagzöix vorgesehen, nur eine argentinische Schubladenhandtrommel namens Gachon. Wie der Manuell dies vernahm begann er zu töipelen, schlug mit den Händen und Füssen (und denn gar nicht eppa rütmisch, obwohl er dies könnte) auf den Boden und sein Kopf errötete. Er beschimpfte uns als Weiberband und unseren Curly-Pop als Tuntenmusik.
Ich muss zwar sagen: etwas Verschtändnis hab ich schon für den Manuell, denn als Schlagzöiger hört er die Musik nicht so wie jeder Füdlibürger Musik hört. Nehmen wir zum Bäischpiel „My bonnie is over de ocean“. Jeder von uns würde auf die Frage wie denn das Lied klinge, „mäi bonnis ouwer diouschen“ melodisch trällern, aber der Manuell hört diese Melodei gar nicht, der singt nämlich auf die selbe Frage: „bumm tschäck tschäck bumm tschäck tschäck“. Und so begräife ich halt schon, dass er nicht immer einen Pommschipsbeat spielen mag und schon gar nicht auf nur einer Trommel. Ein Schlagzöiger muss ein hüperaktiver Schpasstiker sein, sonst ist er ein schlechter Schlagzöiger! Wegen dessi hören die Tüpen ja auch alle immer Geschwindikäizmetall! Aber läider entwickeln die Tüpen halt gerade wegen dessi auch kein Gfühl für Lieder. Und wenn halt nun in einem Song, der die Anbetung einer Übergeschtalt zum Inhalt hat, ein Gachon besser passt als eine Maschinengewehrsalwe mit der Doppelpauke gschpielt, muss das auch der Manuell akzeptieren können! Aber genau das wollte er nicht… Und da die Nerven eh schon blank lagen wegen dem Höilen auf Kanal 13, gingen beim Stone die Sicherungen durch, er packte den Manuell, knebelte und fesselte ihn und sperrte ihn in einen Küchenschrank.
Und auch dem Dolby gingen die Sicherungen durch, er schnappte sich eine Zange und schnitt den Draht zu Kanal 13 durch! NEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIN riefen alle – danach Stille…

…ich meine Stille im Kanal, praktisch nicht? Wir konnten aufnehmen.
So spielten der Looping und der Stone auf Flöta und Handorgela verträumte Melodien und ich betete die Übergestalt durchs Mikrofon an und die anderen beiden rundeten das mit einem Flüssigen Lauf auf den Saiteninstrumenten ab…

Looping bläst die Flöte für die holde Übergestalt

Looping bläst die Flöte für die holde Übergestalt


…und in weiter Ferne sind auf der CD vielleicht heute noch dumpfe Knebelgeröische vom Küchenschrank zu vernehmen. Jedenfalls hat der Lehcim das zu krass gefunden und ist nach seinen Aufnahmen nach dem Manuell schauen gegangen wo immer noch einen zündroten Kopf hatte! Der Gainsbourg, nicht gerade ein Diplomatiker, hat ihm dann folgenden Deal angeboten: Wir würden ihn entfesseln und er dürfe sich wieder zu uns gesellen. Laufe dies gut, geschehe nichts weiter – würde er aber weitertöipelen, müsse er höitnacht im Schlafzimmer der Grandmaman Gainsbourg nächtigen. Vielleicht kein Diplomatiker unser Gainsbourg, aber ein hochgradiger Pädagoge! Der Manuell war fortan ruhig. Und wir stellten seine Geduld auf die Probe, denn als zweites Stück nahmen wir die vertröimte Aufwachballade „Wake up call“ auf. Da durfte der Manuell zwar auf der ganzen Batterie trommeln, aber nur sanft und langsam, kein Gschwindigkäizmetall.
Zproblem isch, dass der Dolby das nicht wusste: Wir waren alle so erschöpft vom Manuellbändigen, dass wir einen Spaziergang an der Luar unternommen haben, während der Dolby Manuells Trommeln zur Aufwachballade aufgenommen hat.

Wo ist Manuells grosse Batterie?


Der Manuell schtrahlte schon im Türrahmen als wir zurückkamen rief uns laut und stolz „fertig!“ zu. Mannomann, der Song war eppa doppelte Gschwindigkäit, emel sicher schneller als alle anderen. Aber wir hatten keine Wahl, die Zeit war zu knapp, wir mussten über das schnelle Schlagzöix spielen, und nun ist der Song etwa halbsokurz… fragenicht!

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