Le Thoureil part 11 – der siebte Aufnahmetag

Was für ein Gefühl, wenn man durch nichts als Wärme auf der blutten Haut geweckt wird! Kräftige Strahlen und satte Farben penetrierten meine Netzhaut und ich fühlte, wie ich durch ein sanftes Kribbeln langsam wux. Ich drehte mich nochmals im warmen, wohlig-feuchten Sumpf um, in weiter Ferne hörte ich das liebliche Brummen von Motoren. Ich nahm einen tiefen Atemzug von der würzigen Seebrise und…
…moment: Motoren, Sumpf, Strahlen, Seebrise! Bin ich schon wieder am halluzinieren? Jetzt schaltete mein Warnsystem sofort auf Alarm, das musst du verstehen. Ich wollte sofort eine Flasche Essig, war bereit das Zöix pur zu saufen!!! Ich stand auf und falle wieder zurück, schlage mit dem Kopf auf die Matratze…
…und merkte, dass ich gar nicht halluziniere. Die Strahlen stammten von der Sonne, die durch die Fensterläden schienen, die Motoren waren die Jungs die noch schnarchten. Ich muss soeben aufgewacht sein. Gerade wie ich tief durchatmen wollte, merke ich, dass die Meeresbrise von Manuells Schlafatem stammte, der seit der ersten Nacht bei mir im Schlafsack liegt. Und so erklärt sich wohl auch der wohlig-feuchte Sumpf. Der Manuell transpiriert nämlich jede Nacht eppa fümpf Liter Testosteron aus seiner Haut. Du magst mich vielläicht jetzt als einen untoleranten Sack bezäichnen. Aber auch nach bald einer einwöchigen Abstinenz vom wäiblichen Gschlecht, hatte ich in diesem Momentan gerade keine Lust auf Testosteron!

pures Testosteron, aus Manuells Tranzpirazion gewonnen

pures Testosteron, aus Manuells Tranzpirazion gewonnen


Ich trampelte unsampft über den Manuell aus dem Schlafsack und ging in den Speisesaal und da hauz mich fast aus den Socken! Eine grossbusige Blondine sass am Tisch und lächelte mir fröindlich entgegen, schäiss Halluzinanzionen, ich habe keinen blassen Dunst mehr was jetzt echt ist oder nicht. Zum Glück ist es mit grossbusigen Blondinen nicht wie mit Testosteron. Da hat man sehr wohl Lust rauszufinden ob die echt sind – ein kurzer Griff… man kann ja praktisch nur Gewinnen, frage nicht! Ich streckte also meine Hand aus…
…und BAFF traf es mich voll ins Gesicht. Offenbar keine Halluzinazion. Denn wie ich wuchiguggte steht der Tschimmi direkt über mir. Jetzt musst du nicht unbedingt ein Schenie sein: Tschimmi ist Stones Fröind von den Einschels, der kommt ja heute seine Keyborz holen, weil Stone gestern all seine Parz eingespielt hat. Die Grossbusige dämfall Tschimmis Freundin und pass auf: ich hasse ja Pauschalurteile auch, aber Einschels gehören zu der Rasse, die Diskussionen nicht so eng sehen, ich war in Gefahr…
Tschimmis Freundin

Tschimmis Freundin


Zum Glück kam gerade der Stone aus der Küche. Er hat der Stopfente bei lebendigem Leibe die sieben letzten Äier direkt aus dem After gezogen und für Tschimmi ein proteinhaltiges Zmorgen daraus gekocht. Er konnte Tschimmi ein bizzchen beruhigen. Ausserdem ging gerade die Türe auf und Dolby kam mit seinem Trainer rein, stürzte sich in die Küche und riss eine Packig Gummibärli auf, die hundertfümpfundräissixte seit gestern Abend. Klar, Dolby ein Morgensportler, aber so früh? Er hat gemäint, dass er höite nochmals zu hochform auflaufen wolle, weil er nicht sicher sei ob das mit seinem Ersatz für Wulprecht auch klappe oder ob schliesslich doch er dazu verdammt sei seine Seele dem Geist hinzugeben und hinach in einen Dornröslischlaf zu fallen.
Ich weiss nicht wie viel Erfahrung du mit Ferien hast, aber ich hab mir das hier ein bizzeli anders vorgestellt. Ich bade zum Frühstück in Manuells Testosteron, erhalte zum Nachtisch eine Faust in die Fresse, Dolby macht sich für seinen letzten Tag auf Erden bereit… ich hielt das alles nicht mehr aus, ich musste ins Badezimmer und mir eine von Stones Tabs durch die Nase ziehen. Zum Glück hatte er einen grossen Gewürzschrank dabei! Danach fühlte ich mich gleich besser und war bereit zurück in die Küche zu gehen. Dort hat sich die Mannschaft komplett eingefunden und Gainsbourg war gerade dabei die Sitzung zu eröffnen als ich dazu stiess. Er schlug vor, dass wir die Aufnahmen abkürzten und höite alle Songs einspielen würden, weil die Zukumpft um Dolby öisserst ungewiss war. Nun würde es halt nicht mehr für eine CD reichen (ursprünglich war ja ein Doppelalbum geplant) sondern nur noch für eine EP, aber Kwalität vor Kwantität sagte sich Gainsbourg. Alle nickten gefasst, nur Lehcim weinte und schlug vor ein Traueralbum zu machen. Er ging in den Aufnahmeraum und spielte sich mit Auld Lang Syne warm.
Lehcim versteckt sein weinendes Gesicht

Lehcim versteckt sein weinendes Gesicht


Gainsbourg schlug sozusagen einen Packt hinter Lehcims rücken und wollte seinen Plan mit den Aufnahmen zu Sams Future beginnen, weil der wenig Gitarren beinhalten tut. Vielleicht wollte er auch nur Tschimmi beeindrucken, weil der Sam’s Future ein Rebellensong, thematisch völlig Schwermetallkategorie, frage nicht! Also tschoggte Dolby ans Pult, Stone trug den weinenden Lehcim aus dem Aufnahmeraum und die Rütmussektion machte ein grandioses Försteik! Wir hatten ja einen Wettlauf gegen die Zeit und Dolby blieb nicht mehr lange, bis ihn Wulprecht wieder holte. Wenn du genau hinlosen tust, merkstu bei Sams Future 2.29 beim Triangelschlag auf den dritten zweiundräissixtel wie Lehcim im Hintergrund schluchzt.
Aber eben, wir hatten nicht die Wahl und konnten nur einmal aufnehmen. Und Försteiks sind ja auch ein bizzeli Spirit und es ging ja um Rebellen, also prima für Spirit. Stone hatte seine Keyborz eh schon gestern eingespielt und Looping machte seine Sache auch ganz flott. Also war ich nach fümpfzehn Minuten schon mit dem Xang an der Reihe. Tschimmi stand vom Küchentisch auf und nahm in einer Sekunde 20 Kilogramm ab. Seine Tätowierungen lösten sich von der Haut und verschwommen zu Batikmustern die der Sonne entgegen trieben. Er knöpfte sein Röckchen zu, kam auf mich zu und nahm mich sanft in seine Arme. Er trug mich durch den Sandsturm, der gerade zwischen Esssaal und Aufnahmeraum wütete, in welchem Looping mit einem Kühlschrank Luftpartikel zählte und Manuell mit einem Ikarus auf dem Rücken gerade auf dem Boden landete. Gainsbourg zog mit seinen Antilopenfröinden in einer Herde an unz vorbäi und Tschimmi stellte mich hinters Mikrophon und bat mich zu singen. Mir fiel eine schöne Geschichte von einem Rebell ein, der zu allen Xellschaftlichen Ungerechtigkäiten fakiu sagt und ich sagte auch fakiu und der Rebell kam in einem roten Porsche mir entgegen und ich fiel in einen tiefen Schlaf.

Gainsbourg und die Antilopenherde

Gainsbourg und die Antilopenherde

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