Le Thoureil – Stones Tagebuch, Freitag 19. Februar 2010

Liebes Tagebuch, Höite ist der Tschimmi von den Angels mit dem Töff meine Keyboards abholen gekommen. Er hat ein bisschen Oregano mitgebracht wo er dem Zöllner wieder abgenommen hat. Er hat auch seine Fröindin mitgebracht. Sie ist blond und tätowiert. Ausserdem hat er gleich der Ente den Kopf abgerissen, nun kann ich ihr endlich an die Leber. Den Musikanten habe ich ein paar Scheritomaten serviert – sie haben alle im Restorang gegessen.

Cherrytomaten à la Stone

Cherrytomaten à la Stone

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Le Thoureil part 11 – der siebte Aufnahmetag

Was für ein Gefühl, wenn man durch nichts als Wärme auf der blutten Haut geweckt wird! Kräftige Strahlen und satte Farben penetrierten meine Netzhaut und ich fühlte, wie ich durch ein sanftes Kribbeln langsam wux. Ich drehte mich nochmals im warmen, wohlig-feuchten Sumpf um, in weiter Ferne hörte ich das liebliche Brummen von Motoren. Ich nahm einen tiefen Atemzug von der würzigen Seebrise und…
…moment: Motoren, Sumpf, Strahlen, Seebrise! Bin ich schon wieder am halluzinieren? Jetzt schaltete mein Warnsystem sofort auf Alarm, das musst du verstehen. Ich wollte sofort eine Flasche Essig, war bereit das Zöix pur zu saufen!!! Ich stand auf und falle wieder zurück, schlage mit dem Kopf auf die Matratze…
…und merkte, dass ich gar nicht halluziniere. Die Strahlen stammten von der Sonne, die durch die Fensterläden schienen, die Motoren waren die Jungs die noch schnarchten. Ich muss soeben aufgewacht sein. Gerade wie ich tief durchatmen wollte, merke ich, dass die Meeresbrise von Manuells Schlafatem stammte, der seit der ersten Nacht bei mir im Schlafsack liegt. Und so erklärt sich wohl auch der wohlig-feuchte Sumpf. Der Manuell transpiriert nämlich jede Nacht eppa fümpf Liter Testosteron aus seiner Haut. Du magst mich vielläicht jetzt als einen untoleranten Sack bezäichnen. Aber auch nach bald einer einwöchigen Abstinenz vom wäiblichen Gschlecht, hatte ich in diesem Momentan gerade keine Lust auf Testosteron!

pures Testosteron, aus Manuells Tranzpirazion gewonnen

pures Testosteron, aus Manuells Tranzpirazion gewonnen


Ich trampelte unsampft über den Manuell aus dem Schlafsack und ging in den Speisesaal und da hauz mich fast aus den Socken! Eine grossbusige Blondine sass am Tisch und lächelte mir fröindlich entgegen, schäiss Halluzinanzionen, ich habe keinen blassen Dunst mehr was jetzt echt ist oder nicht. Zum Glück ist es mit grossbusigen Blondinen nicht wie mit Testosteron. Da hat man sehr wohl Lust rauszufinden ob die echt sind – ein kurzer Griff… man kann ja praktisch nur Gewinnen, frage nicht! Ich streckte also meine Hand aus…
…und BAFF traf es mich voll ins Gesicht. Offenbar keine Halluzinazion. Denn wie ich wuchiguggte steht der Tschimmi direkt über mir. Jetzt musst du nicht unbedingt ein Schenie sein: Tschimmi ist Stones Fröind von den Einschels, der kommt ja heute seine Keyborz holen, weil Stone gestern all seine Parz eingespielt hat. Die Grossbusige dämfall Tschimmis Freundin und pass auf: ich hasse ja Pauschalurteile auch, aber Einschels gehören zu der Rasse, die Diskussionen nicht so eng sehen, ich war in Gefahr…
Tschimmis Freundin

Tschimmis Freundin


Zum Glück kam gerade der Stone aus der Küche. Er hat der Stopfente bei lebendigem Leibe die sieben letzten Äier direkt aus dem After gezogen und für Tschimmi ein proteinhaltiges Zmorgen daraus gekocht. Er konnte Tschimmi ein bizzchen beruhigen. Ausserdem ging gerade die Türe auf und Dolby kam mit seinem Trainer rein, stürzte sich in die Küche und riss eine Packig Gummibärli auf, die hundertfümpfundräissixte seit gestern Abend. Klar, Dolby ein Morgensportler, aber so früh? Er hat gemäint, dass er höite nochmals zu hochform auflaufen wolle, weil er nicht sicher sei ob das mit seinem Ersatz für Wulprecht auch klappe oder ob schliesslich doch er dazu verdammt sei seine Seele dem Geist hinzugeben und hinach in einen Dornröslischlaf zu fallen.
Ich weiss nicht wie viel Erfahrung du mit Ferien hast, aber ich hab mir das hier ein bizzeli anders vorgestellt. Ich bade zum Frühstück in Manuells Testosteron, erhalte zum Nachtisch eine Faust in die Fresse, Dolby macht sich für seinen letzten Tag auf Erden bereit… ich hielt das alles nicht mehr aus, ich musste ins Badezimmer und mir eine von Stones Tabs durch die Nase ziehen. Zum Glück hatte er einen grossen Gewürzschrank dabei! Danach fühlte ich mich gleich besser und war bereit zurück in die Küche zu gehen. Dort hat sich die Mannschaft komplett eingefunden und Gainsbourg war gerade dabei die Sitzung zu eröffnen als ich dazu stiess. Er schlug vor, dass wir die Aufnahmen abkürzten und höite alle Songs einspielen würden, weil die Zukumpft um Dolby öisserst ungewiss war. Nun würde es halt nicht mehr für eine CD reichen (ursprünglich war ja ein Doppelalbum geplant) sondern nur noch für eine EP, aber Kwalität vor Kwantität sagte sich Gainsbourg. Alle nickten gefasst, nur Lehcim weinte und schlug vor ein Traueralbum zu machen. Er ging in den Aufnahmeraum und spielte sich mit Auld Lang Syne warm.
Lehcim versteckt sein weinendes Gesicht

Lehcim versteckt sein weinendes Gesicht


Gainsbourg schlug sozusagen einen Packt hinter Lehcims rücken und wollte seinen Plan mit den Aufnahmen zu Sams Future beginnen, weil der wenig Gitarren beinhalten tut. Vielleicht wollte er auch nur Tschimmi beeindrucken, weil der Sam’s Future ein Rebellensong, thematisch völlig Schwermetallkategorie, frage nicht! Also tschoggte Dolby ans Pult, Stone trug den weinenden Lehcim aus dem Aufnahmeraum und die Rütmussektion machte ein grandioses Försteik! Wir hatten ja einen Wettlauf gegen die Zeit und Dolby blieb nicht mehr lange, bis ihn Wulprecht wieder holte. Wenn du genau hinlosen tust, merkstu bei Sams Future 2.29 beim Triangelschlag auf den dritten zweiundräissixtel wie Lehcim im Hintergrund schluchzt.
Aber eben, wir hatten nicht die Wahl und konnten nur einmal aufnehmen. Und Försteiks sind ja auch ein bizzeli Spirit und es ging ja um Rebellen, also prima für Spirit. Stone hatte seine Keyborz eh schon gestern eingespielt und Looping machte seine Sache auch ganz flott. Also war ich nach fümpfzehn Minuten schon mit dem Xang an der Reihe. Tschimmi stand vom Küchentisch auf und nahm in einer Sekunde 20 Kilogramm ab. Seine Tätowierungen lösten sich von der Haut und verschwommen zu Batikmustern die der Sonne entgegen trieben. Er knöpfte sein Röckchen zu, kam auf mich zu und nahm mich sanft in seine Arme. Er trug mich durch den Sandsturm, der gerade zwischen Esssaal und Aufnahmeraum wütete, in welchem Looping mit einem Kühlschrank Luftpartikel zählte und Manuell mit einem Ikarus auf dem Rücken gerade auf dem Boden landete. Gainsbourg zog mit seinen Antilopenfröinden in einer Herde an unz vorbäi und Tschimmi stellte mich hinters Mikrophon und bat mich zu singen. Mir fiel eine schöne Geschichte von einem Rebell ein, der zu allen Xellschaftlichen Ungerechtigkäiten fakiu sagt und ich sagte auch fakiu und der Rebell kam in einem roten Porsche mir entgegen und ich fiel in einen tiefen Schlaf.

Gainsbourg und die Antilopenherde

Gainsbourg und die Antilopenherde

Le Thoureil – Stones Tagebuch, Donnerstag 18. Februar 2010

Liebes Tagebuch, Höite habe ich all meine Klavierparz eingespielt, daher hab ich den Jungs nur eine Flasche Grönasch auf den Tisch gesetzt. Sie sind nun rund und zufrieden. Der Manuell hat meinen Stopftschopp übernommen, die Ente hat nun die Grösse eines Kalbs. Ausserdem habe ich den Tschimmi von den Angels angerufen, damit er mit dem Töff meine Keyboards abholen kommt, da ich die ja nun nicht mehr brauche. Ich habe vor lauter Spielen vergessen meine Scheritomaten zu konzumieren. Langsam falle ich aus den Kleidern!

Grenache à la Stone

Grenache à la Stone

Le Thoureil part 10 – der sechste Aufnahmetag

Ich weiss nicht genau wie gut deine Vorstellungskraft ist, ich will sie hier auch gar nicht anzweifeln. Vielleicht bist du einfach auch nur ein blöffsack mit einem Pokerfeis in den brenzlisgten Situazionen. Aber du musst wissen: Wir haben den Schweizermeister am Mischpult mit nach Frongräisch gebracht um uns eine CD aufzunehmen, mitten in den Aufnahmen wird säine Seele von einem Geist heimgesucht und nun liegt er vor mir auf dem Boden… ob du da cool bleiben könntest.
Die anderen Jungs sind cool, denn sie schlafen noch – also fast alle, der Manuell hüpft immer noch in der Reschie umher und schreit „sisasugg – ätschpätsch, ich muss nicht!“. Wir haben ja gestern Sisasugg gespielt, weil der Bandarzt Dr. Looping nun weiss, wie man den Dolby zurückholen kann, aber wir müssen Geist Wulprecht eine nöie Seele als Ersatz verkaufen und niemand will freiwillig…
…jetzt mal unter uns. Das spricht ja schon nicht gerade für den Wulprecht, ehrlich! Der will einfach eine Seele haben, das ist dem schnurz wemsini! Wir könnten einfach den höilenden Lehcim oder meine Wenigkeit opfern und er wäre zufrieden wo er doch im Moment den Schweizermeister am Mischpult in säinen Fittichen hat!!! Verstehstu das? Ich habe ehrlichxäit Mühe! Das wäre ja eppa so wie ich mit meinem Sparschwein den nigelnagelnöien BMW kaufen gehen möchte, schüst im Garasch aber merken täte, dass ich zu wenig Erspartes dabei hätte und mir in der nächsten Migros halt ein Dreirad posten würde, mit dem ich dann glücklich und stolz über die Autobahn fahren täte! Tststs!

Ich glaube aber, ich habe mich wieder etwas verloren, gerade eben habe ich ja die Situazion geschildert. Also der Manuell wollte einfach vorböigen, dass er seine Seele geben muss und hat sich so in das Sisasugg vertieft, dass er gar nicht gemerkt hat, dass die anderen schon lange am Schlafen waren, allen voran Dolby wo ganz ganz tief schlief!
Ich hielt diesen Druck irgendwie nicht mehr aus. Ich musste mir unbedingt eine von Stones Tabs durch die Nase jagen! Danach bereitete ich gleich etwas zmorgen vor, schliesslich sollte der Stone auch mal Pause haben. Vor allem höite war sein grosser Tag. Er wollte alle Keyboardparz von allen Songs einspielen, da musste er einen klaren Kopf haben.
Ich stellte Dolbys Teller in den Kühlschrank für später, nahm die Gitarre, ging in die Reschie und spielte als Aufwachlied „Trittst im Morgenrot daher!“. Die Jungs waren irgendwie gerührt, Lehicm hatte sogar ein paar Tränen. Aber wirklich gesprochen hat niemand am Tisch, bis Gainsbourg die Stille brach. Er wollte nun eine faire Lösung, wegen dieser Seelengeschichte. Zum Glück ist er Pragmatiker, da hatte ich schon noch Glück. Er fand nämlich, dass eine Stimme vom Sound her den Bandsound präge, dass man mich nicht ersetzen sollte. Er schlug anstelle den Looping vor, weil Rockenroll meistens sowieso kein Sucksofon hat. Auch der Lehcim stand auf seiner Liste, wäil es ja Gitarristen wie Sand am Meer gibt. Dieser begann dann auch gleich zu weinen und Dr. Looping schlug seine Bibel auf den Tisch, dass der Einband abriss! Jetzt wurde hitzig diskutiert, nicht mehr gesisasuggt. Erst sachlich hitzig, dann fielen allmählich ein paar „Arschloch“ und der Stone begab sich von Zeit zu Zeit in die Küche wo man dann ein paar Teller kaputt gehen hörte. Dies dauerte…

…schüst zu jenem Zeitpunkt, als die Lampe ihr Licht rosa färbte und der Lehcim ein riesensmile aufsetzte, sagte Manuell, der mittlerweile im Dirndl in der Küche stand, es sei auch wichtig zu sagen wie lieb man sich hat. Er hätte uns alle lieb! Und alle begannen sich zu umarmen und sogar Stones Hai, den er im Schüttstein in der Küche hielt spazierte zu uns um uns einen Kuss zu geben. Plötzlich erklang Berliozes Sängfoni fantastic und Gainsbourg tanzte mit dem Tisch, oder der Tisch mit Gainsbourg? Die Decke öffnete sich und über uns fielen am heiterhellen Tag milliarden von Sternschnuppen herab. Looping badete sich füdlenblutt im Wasserfall, der die Treppe herabfloss und Manuell verspeiste mit einer Tunika um den Schnidl eine Wildschweinköile liegend. Lehcim trieb seine Rindherde auf einem Pferd (und Strohhalm kauend) durchs Wohnzimmer, stieg vom Pferd runter, nahm sein Banjo und begann zu spielen. Ich roch den ätzenden Geruch von Essig. Wie ich dem Lehcim so beim Spielen zuschaute, bemerkte ich, dass ich Essigwickel um die Füsse hatte und Bandarzt Dr. Looping mir Gummibärli in den Mund stopfte.
Soeben spazierte Dolby von der Reschie ins Wohnzimmer. Er war wieder da! Die Gummibärli hatten genutzt. Ich wollte ihn umarmen gehen, fiel aber gleich auf die Nase, wegen den Essigwickeln.

Der Cowboy und das Banjo und die Kerzen

Der Cowboy und das Banjo und die Kerzen

Aber Moment, wenn der Bandarzt mir auch Gummibärli fütterte und Essigwickeln machte, hiess das etwa, dass ein Teil von mir auch ganz Wulprecht war? Ich schöpfte Verdacht. Haben die Faganten von Bandmembers etwa mir nur heile Welt vorgespielt? Oder war das gar eine Halluzinazion denn ich wurde bestimmt zum Seeleverkaufen? Ich wurde skeptisch, sagen wir unsicher, respektive sicher, also sauer, ich meine wütend, fuchstöifelswild! Hoffe du verstehst. Ich gab ziemlich direkt meine Unzufriedenheit zu Protokoll!
Aber mit ein wenig körperlicher List vom Stone kam ich bald mal wieder zur Ruhe. Als Stone sich wieder in die Küche verzog, sagte Manuell ich solle ganz cool bleiben. Ich sei effektiv umgefallen und hätte in einer art Trangs so komische Geräusche von mir gegeben. Bandarzt Dr. Looping sei momentan am erforschen was das sei, da es nun schon zum dritten Mal vorgekommen war. Sie wollten mit mir nicht darüber sprechen um mich nicht zu beunruhigen. Aber um den Geist solle ich mir nun keine Sorgen machen, sie hätten inzwischen einen Plan, der für die ganze Band gut sei. Und wir hätten ja noch einen Moment Zeit. Vor lauter Sisasugg und diskutieren haben die Fröinde vergessen dem Dolby seine Gummibärli zu geben. Er hat sie erst um 11 Uhr erhalten. Laut Bibel von Bandarzt Dr. Looping geht es genau 24 Stunden bis er wieder zurückfällt und bis da hatten wir offenbar Zeit eine andere Seele zu suchen!

Essen gegen Geister?

Essen gegen Geister?

Ich konnte mich nicht recht beruhigen. Aber hatte keine andere Wahl. Laut Manuell würde ich zu einem späteren Zeitpunkt eingeweiht.
Also hörte ich noch etwas Lehcims Banjo zu. Genau, höite durfte ja Lehcim wieder in F-Dur spielen und wir nahmen den „Station“ auf, daher das Banjo! Ich ging mich einsingen und erzählte eine wunderschöne Geschichte über die wunderschöne Musik, welche die Buben zum „Station“ eingespielt hatten. Danach waren wir alle auf dem Hund von den Strapazen und legten uns in unsere Schlafsäcke. Manuells Frage ob er sich zu mir in den Schlafsack legen durfte hörte ich nur noch von ganz ganz weit weg…

Manuell went to Texas?

Manuell went to Texas?

Le Thoureil part 9 – das Ende des fünften Aufnahmetages

Lieber Leser, ich weiss nicht wie höifig du hier vorbeiguggen tust. Du musst dich jetzt nicht entschuldigen, denn schliesslich gehe ich unserem Aufnahmetagebuch ja auch nicht mit einer sorgfältigen Regelmässigkeit nach, es geht mehr um das uptodate. Weißt du in der höitigen Zeit wo es jede Sekunde siebenhundertachzig Feisbukprofile und nöintausend iphoneapps neu entstehen, muss man immer etwas aptudeit sein. Und gerade bei Flourish ist das bsonders wichtig. Denn die Kacke ist gerade ziemlich am dampfen!
Es ist Donnerstagmorgen, eine Sekunde nach 12. Der Dolby, unser Steuermann ist gerade umgefallen und liegt nun regungslos auf dem Boden. Ich will jetzt nicht die gruseligen Einzelhäiten berichten, aber es geht mehr um uptodate. Der Lehcim sitzt nebendran auf dem Stuhl und weint. Bandarzt Dr. Looping schlägt in seiner Bibel nach, Stone tätschelt sein Gesicht, Gainsbourg der Pragmatiker überlegt sich gerade wie man den Stuhl wieder aufstellen könnte ohne den Dolby nicht zu sehr zu bewegen und ich kann leider nicht helfen, weil ich das Tagebuch schreiben muss…

…aber wenn ich auch schnell meinen Senf dazu geben soll: Mir war von Anfang an klar, dass da etwas nicht stimmt. Ich wollte natürlich nix sagen, aber der Dolby, sonst ein Morgensportler hat bis jetzt immer verschlafen. Und zudem liegt er noch in der Tontechnikersuite. Also wir haben sie für ihn Tontechnikersuite genannt, eigentlich ist es das Schlafzimmer von Grandmaman Gainsbourg, wo einst der Wulprecht zu Lothringen ihr erlegen ist und seit dann seinen Geist in diesem Zimmer herumspuken lässt.
Und genau dieser Wulprecht hat ja am ersten Aufnahmetag auch gleich auf dem Kanal 13 von Dolbys Mischpult seine Töifelsbotschaften durchgegeben. Dolby hat dann einfach den Draht von Kanal 13 durchgeschnitten. Vielleicht kennstu ein wenig Okkultismus, ich hab keine Ahnung ausser, dass da so Dinge passieren wo man mengisch nicht genau erklären kann. Also hätte es ja auch sein können, dass der Geist von Kanal 13 beim Schnitt in Dolbys Blut gewandert ist.

Wulprecht im Spiegel?

Wulprecht im Spiegel?


Aber wir haben noch ganz andere Probleme, wir sind noch mittendrin den „Loire“ aufzunehmen und das Kapitel „umgefallener Tontechniker“ in der Bibel vom Bandarzt Dr. Looping hat fünfhundert Seiten, das könnte dauern bis Dolby da wieder auf den Beinen ist. Gainsbourg hatte zum Glück die Lösung. Wir nahmen einfach einen neuen Stuhl und liessen den alten unter dem Dolby liegen bis Looping das Heilmittel gefunden hat. Manuell hat dem Dolby ein wenig zugeschaut und kann jetzt selber die Knöpfe bedienen, also hat er das Kommando übernommen für die Aufnahme von „Loire“ und wie er das System aufgeschaltet hat, begann ein neuer Kanal zu spuken. Nämlich der Kanal sexhundertsexundsechzig! Eine Lampe tat blinken und uns fiel es wie Schuppen von den Augen. Bis jetzt hat Flourish für die Aufnahmen nur 665 Kanäle gebraucht und der sexhundertsexundsechzigste blieb liegen.
Manuell schob vorsichtig den Schieber vom Kanal nach oben und es erklang eine tiefe, düstere Stimme:
„Guten Abend ihr lärmendes Helvetiervolk! Darf ich mich vorstellen. Ich bin der Wulprecht zu Lothringen, 17hundertdings hab ich hier im Kampfe mit Grandmaman Gainsbourg die Herrschaft von diesem Zimmer übernommen (Anm. der Red.: Lügebold, er ist dabei ums Leben gekommen). Ich dulde keine Fremden in meinem Reich. Euer Kollege, der nun vor euch liegt, hat mich jede Nacht beläst…“KAWUMM!
Krachte es. Stone hat mit der Handkante direkt auf den Kanal sexhundertsexundsechzig vom Mischpult geschlagen. Nicht gerade ein Diplomat der Stone. Jetzt wussten wir ja nicht wies um den Dolby steht. Und um ganz ehrlich zu sein, waren wir etwas sauer auf den Stone.
Wir verknurrten den Stone mit seinen blossen Händen die verbleibenden 2100 Knoblizinngen wo er für das Brot morgen vorgesehen hättte zu zermantschen und einen Knoblibrei zu machen, den wir dann Dolby füttern wollten.
Stone hatte schon fast alles zerdrückt, als der Bandarzt Dr. Looping auf der vorletzten Seite vom Kapitel „umgefallener Tontechniker“ in seiner Bibel fündig wurde. Das Unterkapitel „Umfallen durch Geisterschock“ sagte nämlich, dass saure Gummibärli das beste Mittel gegen Geister sind. Aber auch dies würde das Problem nur temporär lösen. Wenn jemand nämlich umfalle, dann würde der Geist schon so tief sitzen, dass es zu lebenslanger Teilnahmslosigkeit führen würde und die Person ihre Identität verlöre. Der Dolby einfach so aufzugeben wäre schon schade, auch wenn der Manuell nun sich etwas auskennt, der Dolby hat schon noch so Qualitäten, wo man nicht einfach abguggen und selber lernen kann!
Aber das Buch bot auch hier eine Hilfe an: Man müsse dem Geist einfach jemand anders Opfern und dessen Seele verkaufen. Jetzt kannst du dir vorstellen: wir nahmen schnell den „Loire“ auf und spielten für den Rest vom Abend sisasugg. Denn niemand wollte wirklich freiwillig über die Klinge springen. Der Manuell hatte wahrscheinlich am meisten Ausdauer, denn die andern waren bereits im Kreis eingeschlafen als er noch „sisasugg“ rief. In der Mitte lag der totenbleiche Dolby und schlief tiefer als alle anderen.

Le Thoureil – Stones Tagebuch, Mittwoch 17. Februar 2010

Liebes Tagebuch,
Die Geschichte mit der Ente geht mir irgendwie zlangsam, obwohl ich sie nun viertelstündlich stopfe, gedeiht sie einfach nicht nach meinen Vorstellungen. Also habe ich sie vorsorglich schon gerupft. So bleibt sie auch besser in den Händen zum Stopfen. Für die Jungs gab es höite ein paar Schnecken und auf dem Tagesbüffe die Kröiterbutter dazu. Von letzterer hab ich auch etwas genommen um meine Scheritomaten zu würzen. Die Buben sind wohlauf!

Schneckengericht à la Stone

Schneckengericht à la Stone

Le Thoureil part 8 – der fünfte Aufnahmetag

Mathematik ist äigentlich äinfach: zehn durch sieben gibt nämlich ein bizzeli mehr als einen Song pro Tag. Wenn wir also die Nachwelt binnen einer Woche mit einem neuen Album bescheren wollten, müssten wir höite sicher zwäi Songs aufnehmen und das bedöitet Arbeit. Weisstu in den letzten Jahren sind die Schtandarz um die Rockalben ziemlich gewaxen. Früher, da konnte man noch eine CD mit eppa sieben Songs rausgeben. Aber das waren so die Zäiten wo der Printz ein progressives Album mit 20-minütern rausgegeben hat. Irgendwann kam dann mal z DRS3 wo xäit hat, dass sie keinen 20-minüter mehr tun spielen, weil man mit 20-minütern nicht mehr die Konzumxellschaft bedienen täte. Da muss ein Lied genau 3 Minuten gehen und nach 40 Sekunden muss ein Röfräng kommen. Da tut denn im Fall der DRS3-Scheff persönlich kronometrieren.
Aber ich will ja nicht immer dem DRS3 tschuld geben, die sind ja äigentlich lieb (HALLO DRS3 SPIEL MAL UNSERE MUSIK!!!). Nein, wir haben das mit dem Progressivrockepos gestern selber vermasselt und haben aus Big Day Out einen 3-Minüter gemacht. Schade äinersäiz anderersäiz wird uns nun die Konzumxellschaft zu Füssen liegen. Und was will man mehr als eine liegende Konsumxellschaft.

Item, jetzt hab ich glaubich stark politisiert. Jedenfalls zwei Songs gleich viel Stoff. Und das macht man nicht ohne Stoff. Ich habe den Jungs xagt ich würde spazieren gehen. Äinfach dass sie nicht merken, wenn ich am Ufer der Luar eine von den Tabletten durch die Nase lasse.
Und wie ich zurückkam hatten mäine Fröinde schon viel Arbeit geläistet. Wir hatten nämlich vor „Station“ einzuspielen. Aber Station war in F-Dur und F-Dur ging nun höite für den Lehcim noch nicht. Anstatt den Stone zu aktivieren und vielleicht aus dem Curly-Pop-Album gar ein Minimalmusikdings zu machen hat sich der Gainsbourg wo auch als Pragmatiker wirken tut vorgeschlagen den „Few Steps“ äinzuspielen, der ist nämlich in A-Dur und in der Britsch in Fis-Moll um dann im Röfräng auf H-Dur zu wexeln. Am zweiten Tag durfte der Lehcim wieder Kröiztonarten spielen. Also „Few Steps“. Wie ich also zrugg kam von der Luar stand der Song schon fast und der Manuell war hinter dem Kompiuter um die letzten Schnitte zu machen. Ja, ich hab auch komisch geguckt. Wäil der Manuell ja sonst trommelt. Aber offenbar wollte der Dolby nicht aufstehen, reagierte zmindescht nicht auf das Klopfen an seiner Tontechnikerswite. Wenn der Stone jetzt jeden Tag den Dolby überz Gländer wirft, dann selber in die Luar eintaucht, kann er sich nur ungut säinem Kerngeschäft, dem Kochen widmen. Also beschlossen sie den Dolby äinfach schlafen zu lassen. Der Manuell übernahm die Knöpfe, schliesslich hat er dem Dolby die Tage ein wenig über die Schulter geschaut und weiss jetzt wie das geht. Er hat gute Arbeit geläistet, und die anderen Fröinde auch, ich konnte mich gläich hinterz Mikrophon stellen und meine Xangskünste zum Besten geben. Ich habe gesungen und gesungen und gesungen und irgendwann hat mich dann mal der Ast in der Nase gekitzelt. Wie ich ihn wegstossen wollte sah ich das Eichhörnchen davonflitzen, flog ihm hinterher, direkt durch das Senkloch in den Supermarkt wo Arielle die Meerjungfrau an der Kasse mir ihre prallen Brüste verkaufen wollte. Als Benediktinermönch hat man es aber nicht so mit prallen Brüsten also schwebte ich wäiter und sah, schüst als ich die Äinfahrt auf die Autobahn nehmen wollte den Dolby am Wegrand. Das Tischört über den Bauchnabel geknöpft und den Daumen raus. Ich räichte ihm die Hand und wir schwebten und schwebten Hand in Hand bis uns die Nase erneut kitzelte, oder äzte? Irgendwie roch es nach Essig. Ich öffnete die Augen und sah neben mir den bleichen Dolby, vor mir den weinenden Lehcim und am Fusse des Bettes war Bandarzt Dr. Looping, der Dolby und mir Essigwickel um die Füsse legte. Irgendwie schien ich in die Äpfel gefallen zu sein. Da muss der Stone gemäint haben, dass es sich nun doch lohne die Tür zur Tontechnikersuite aufzubrechen, so könne der Bandarzt nämlich gerade zwäi auf einmal häilen, jedenfalls lief er gerade mit dem Rammbock unter dem Arm von dannen.

Oli und das Eichhörnchen (oben links)

Oli und das Eichhörnchen (oben links)

Dr. Looping hatte alle Hände voll zu tun, denn als wir schliesslich wieder bei Kräften waren, musste er dem Lehcim noch ein Traubenzucker verabreichen und ihn in die Arme nehmen.
Stone hatte inzwischen wieder die Uutcuisin in den Speisesaal gezaubert und um wieder zu Kräften zu kommen tafelten wir volle 3 Stunden. Schliesslich mussten wir ja noch den „Loire“ aufnehmen und das war denn ein Unterfangen. Looping erschöpft vom häilen hatte das Bedürfnis etwas Dampf abzulassen. Und immer wenn er dieses Bedürfnis hat, produziert der Frontallappen seines Kortex komische Ideen. Er schlug vor den „Loire“ im Stadionfeeling aufzunehmen um auf Baschis Zug aufzuspringen. Er wollte sämtliche Hockeyklubs anschräiben und den „Loire“ als Fänhümne verkaufen. Wir konnten uns das nicht so richtig vorstellen. Also hat er das inszeniert. Er trank etwa 8 Bier in zehn minuten und gab uns allen auch ein Bier, damit wir so richtig ins Stadionfeeling kamen. Dann hat er den Aufnahmeraum geleert und Gainsbourgs Geschtocksammlung in Hockeypängglen umfunkzioniert. Zur Auflockerung der Szene hat er dann schliesslich zerscht vorgeschlagen zum Song zu tanzen. Wir versuchten uns äinzuleben. Ausser der Dolby hatte mühe, er sass bläich hinter dem Pult und tat mir irgendwie läid. Schliesslich war er auf den Energiereserven und wir hatten nix besseres zu tun als Bier zu trinken. Ich wollte mich um ihn bekümmern. Schüst als ich ihn darauf ansprechen wollte, kippte sein Stuhl nach hinten und Dolby lag regungslos vor dem Mischpult am Boden! Mannomann war das äine Aufruhr. Läider schlug es genau in dem Moment zwölfe, daher kann ich jetzt nicht weitererzählen, denn nach zwölf ist laut Adam Riese morgen. Daher mehr im Eintrag von Morgen!

Gainsbourg und ein Element seiner Gehstocksammlung

Gainsbourg und ein Element seiner Gehstocksammlung

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